Die
Freien Wähler sind ein vereinsmäßiger Zusammenschluß
von politisch interessierten Bürgern, die die Zugehörigkeit
zu einer Partei ablehnen, da für sie die sachbezogene Entscheidung
im Rahmen des Möglichen und nicht die ideologische Auseinandersetzung
im Vordergrund steht.
Freie Wählervereinigungen stellen sich historisch bedingt nur auf
kommunaler Ebene zur Wahl; eine Landtagskandidatur wird zwar oftmals diskutiert,
widerspricht jedoch dem Grundverständnis der Entstehungszeit kurz
nach dem zweiten Weltkrieg. Man unterstützte damals die Absicht der
Bürger, nicht irgendwelche Parteipolitiker in die Gemeinderäte
zu schicken, sondern Männer und Frauen, denen man Vertrauen schenkte,
weil sie "vorort" persönlich als integer, klug und tatkräftig
bekannt waren. Der Vertrauensbeweis war enorm: Schon bei den Kommunalwahlen
1950 und 1953 hatten weit über 50 % der Gemeinderäte des Landes
ihr Mandat über Listen der Freien Wähler erhalten.
Nach und nach schlossen sich die neuentstandenen Ortsgruppen zu Kreis-
und Landesverbänden zusammen, und auch ein Bundesverband wurde zwischenzeitlich
gegründet. Dieser ist jedoch in erster Linie organisatorisch tätig.
Die FWV hat keine programmatischen Vorgaben. Die Entscheidungsfindung
richtet sich nach der Problemstellung. Das Wohl des Bürgers genießt
dabei stets oberste Priorität . Daß sich der Wähler damit
gut vertreten fühlt, zeigt sich an den derzeitigen kommunalen Parlamentszusammensetzungen: allein in Baden-Württemberg besetzen Freie Wähler 45 % der Sitze.
Die Finanzierung der FWV-Aktivitäten erfolgt nur durch Mitgliedsbeiträge,
Spenden und Erlösen aus eigenen Veranstaltungen; durch den Vereinsstatus
sind die Freien Wähler nicht berechtigt, am Parteifinanzierungsgesetz
teilzunehmen. Nicht ohne Stolz verweisen Freie Wähler in diesem Zusammen
gerne darauf, daß erfolgreiche Politik auch ohne Einnahmen aus Steuergeldern
möglich ist.
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